Carrytale: Die Geschichten hinter erfolgreichen Unternehmen
Florian Adomeit und Noah Leidinger zeigen, was Unternehmen von Würth, Aldi, Red Bull & Co. lernen können.
Die Börsen- und Wirtschaftspodcaster Florian Adomeit und Noah Leidinger haben mit Carrytale einen neuen Podcast und damit auch ein neues Vortragsformat gestartet. In mehrstündigen Folgen tauchen sie tief in die Erfolgsgeschichten der größten Firmen der Welt ein und versuchen genau zu verstehen, was man daraus lernen kann. Die Learnings und spannendsten Anekdoten teilen sie ab sofort auch in Vorträgen.
Wir haben mit den beiden gesprochen, was sie zum Podcast inspiriert hat und was sie bisher schon aus den ersten Erfolgsgeschichten lernen konnten.
Was hat euch inspiriert?
„Wir machen mittlerweile seit über 5 Jahren Podcast. Noch sogar täglich seit über 1.000 Folgen und Florian mindestens einmal die Woche bei Alles Coin Nichts Muss. Dadurch haben wir extrem viele Geschäftsmodelle, Investments und Wirtschaftsgeschichten analysiert. Wir haben aber auch gemerkt: Bei manchen Geschichten fehlt uns einfach die Zeit, tiefer einzusteigen. Obwohl es genau die braucht, um noch klarer herauszuarbeiten, was Firmen erfolgreich gemacht hat.
Genau das versuchen wir mit Carrytale. In mehrstündigen Folgen versuchen wir von der Gründung an zu verstehen, wie so gigantische Unternehmen wie Würth, Red Bull oder Axel Springer entstehen konnten. Was war Glück, was war Können und vor allem: Was kann man von ihnen lernen?“
Was hat euch überrascht?
„Überrascht hat uns erstens, dass solche Erfolgsgeschichten im Nachhinein immer sehr gradlinig wirken. Am Ende des Tages hatten aber alle Erfolgsbeispiele in ihrer Historie Misserfolge und Phasen, in denen das Business an der Kippe stand. Ob das ein Reinhold Würth ist, der seine Finanzen Anfang der 1970er nicht im Griff hatte, ein Aldi, das in Deutschland von Lidl überrollt wurde oder Red Bull, die ihr Geschäft immer mit neuen Produkten verbreitern wollten und mit einem Produkte nach dem anderen gescheitert sind.“
Gibt es das eine Geheimnis das alle haben?
„Karl Albrecht hat seine Manager dazu motiviert, viel Golf zu spielen. Reinhold Würth hat ernsthafte Vorbehalte gegen Golfer, weil die nur noch über Golf nachdenken. Spaß beiseite. Tatsächlich ist es so, dass die Management-Stile und Strategien von erfolgreichen Firmen oft sehr unterschiedlich sind. Die einen setzen auf Dezentralität, die anderen setzen auf regelrechtes Micro-Management. Beides kann erfolgreich sein.
Was wir aber meinen erkannt zu haben: Diese erfolgreichsten Unternehmer leben sehr klar vor, wie ihre Kultur funktionieren soll – ob es die Detailverliebtheit von Mateschitz beim Marketing ist oder die Sparsamkeit der Albrecht-Brüder.“
Welche drei Empfehlungen gebt ihr ab für die Zukunft?
1. „Man kann aus allen Geschichten erfolgreicher Unternehmer lernen, dass der Erfolg vor allem darin besteht, das Kernversprechen für Kunden beizubehalten, sich aber trotzdem an neue Gegebenheiten anzupassen. Das Aldi-Konzept aus den Anfangsjahren funktioniert heute in der Extremform nicht mehr, weil Kunden mehr Angebot erwarten.
Der Direktvertrieb, der Würth erfolgreich gemacht hat, nimmt einen immer kleineren Teil des Businesses ein, weil die Welt digitaler wird. Hier muss es Bereitschaft zum Wandel geben.“
2. „Bleib dran. Die ersten Jahre von Aldi in den USA waren sehr schwierig. Red Bull hat in den ersten Jahren nichtmal Zulassungen gekriegt und musste sogar den Firmensitz in ein anderes Land verlegen. Heute sind die USA der wichtigste Markt für Aldi und über den Erfolg von Red Bull müssen wir nicht sprechen.“
3. „Finde Unternehmer im Unternehmen. Reinhold Würth hat seine Auslandsexpansion früher nicht danach geplant, welche Länder das meiste Potenzial haben. Er hat sie danach geplant, für welche Länder er unternehmerische Talente in seinem Umfeld hatte – zum Beispiel den Besitzer der Eisdiele in Künzelsau für die Expansion nach Italien.
Genauso wurde Red Bull in der Formel 1 erst so erfolgreich, weil Mateschitz sehr viel Vertrauen in einen jungen Manager namens Christian Horner gesteckt hat. Und Aldi Süd ist auch deshalb so viel erfolgreicher als Aldi Nord, weil man bei Aldi Süd keine Vorgaben für Mitarbeiter hatte, wie der Schreibtisch zu sortieren ist.“
In welchen Formaten bringt ihr euer Wissen auf die Bühne?
„Carrytale lebt vom Dialog zwischen uns beiden. Genau diesen Dialog bringen wir auch gerne in einem Live-Podcast-Format auf die Bühne. Für kompaktere Events machen wir die Auftritte aber gern auch alleine als Keynote oder Live-Podcast mit externer Moderation.“
